YAMA-NIYAMA-DHARMA
Äußere und innere Prinzip
Jede Gesellschaft braucht Verhaltensregeln, die darauf aufgerichtet sind, daß der Mensch ein würdiges, erfülltes Leben führen kann. Ohne diese unausgesprochenen Regeln funktioniert unser Zusammenleben nicht. Patanjali schrieb vor ca. 4000 Jahren in Yogasutra ausführlich über die acht-blättrige Blüte des Yoga. Dieser achtgliedrige Pfad ist zweifellos die grundlegende Voraussetzung für ein ethisches Handeln und soziale Verantwortung, was unabhängig von Status und Umständen jederzeit einzuhalten ist (YS 2.31).
Yama und Niyama sind erste und zweite Pfade vor Asanapraxis (Yogahaltungen).
Patanjali legt einen ganzheitlichen Gtrundbegriffe nahe:
Die Vereinigung des Mikrokosmos Mensch mit dem Makrokosmos und schlägt eine Lebensweise nach den Regeln
von Yama und Niyama bei gleichzeitiger Praxis von Asanas und Pranayama vor (M.L.Gharote)
Sie sind nicht getrennt, sondern gehören zusammen. Sie helfen uns authentisch und durchlässig zu werden. Nur Körperhaltungen ohne Yama und Niyama bleibt Yoga oberflächlich auf der Ebene der Körperperfektion. Jede Station ist notwendig, um die weitere spirituelle Entwicklung fortzusetzen. Man kann nicht von einem zum anderen einfach überspringen.
Denn Jede entstandene Wandlung bahnt die nächste Wandlung an.
Yama, यम
Yama ist die äußere Disziplin und besteht aus einer fünffachen Disziplin.
1. Ahimsa
Das erste und wichtigste der fünf Yamas ist Ahimsa. "Ahimsa bedeutet Gewaltlosigkeit und bezeichnet eine Einstellung und Verhaltensweise gegenüber allen Lebewesen, die auf der Erkenntnis der zugrundeliegenden Einheit allen Lebens beruht“ (I.K.Taimni).
2. Satya
Satya bedeutet im Sanskrit Wahrhaftigkeit. Satya besteht darin, seine Worte und Gedanken mit seinen Taten in Übereinstimmung zu bringen. Satya auf der Yoga-Matte bedeutet, wahrhaftig mit eigenen Körper umzugehen und Eigenverantwortung übernehmen.
3. Asteya
Steya bedeutet im Sanskrit Diebstahl, Asteya ist das Gegenteil und bedeutet, nichts zu nehmen, was einem nicht gehört (oder gegeben wurde). Dies bezieht sich nicht nur auf materielles, sondern auch auf geistiges Eigentum: Zum Beispiel sich nicht mit fremden Federn zu schmücken
4 Brahmacharya
Brahma bedeutet im Sanskrit das Wesentliche, das Eine Wahre. Brahmacharya ist also die „Bewegung auf das Wesentliche hin“. Brahmacharya wird auch als Selbstbeherrschung interpretiert. Meistens ist gemeint, dass der Yogi die Lebensenergie (prana) nicht zu vergeuden, sondern für Wahrheit, spirituelles Wachstum zu bewahren
5. Aparygraha
bedeutet Nichtvorhandensein von Begierde oder Gier. Gemeint ist, immer nur das anzunehmen, was angemessen ist, keine vermeintlich „günstigen“ Gelegenheiten auszunutzen (Mitnahme-Mentalität) und keine anderen Menschen auszunutzen.
Niyama, नियम
NIYAMA ist die innere Disziplin und beschreibt was durch Asana im Körper & Geist geschieht.
Niyama besteht aus einer fünffachen Disziplin.
1. Tapas
Tapas bedeutet im Sanskrit den Körper zu erhitzen. In Asanapraxis entsteht Hitze im Körper, Feuer (Agni). Es verbrennt die Schlacke im Körper und transformiert die Energie in höhere Ebene. Gemeint ist, Disziplin und Ausdauer beim regelmäßigen Üben der Asanas zu kultivieren. Tapas ist die innere Kraft, die uns motiviert, regelmäßig zu üben und sich zu überwinden mit Ausdauer und Hingabe für eine spirituelle Verwandlung.
2.Samtosha
Samtosa bedeutet im Sanskrit Genügsamkeit, bescheidenheit, Zufriedenheit. Oft haben Menschen bestimmte Erwartungen und gewünschte Ergebnisse schon vor Augen, und dann sind sie enttäuscht, wenn es doch ganz anders kommt. Samtosa bedeutet, anzunehmen, was sich ergeben hat, die Dinge so zu nehmen, wie sie eben sind. Anstatt über Misserfolge zu jammern, kann man sie auch annehmen
und aus ihnen lernen.
3.Sauca
Sauca bedeutet im Sanskrit Sauberkeit, Reinheit, das "Geklärte" – gemeint sind ein innerer und ein äußerer Aspekt. Äußerlich ist körperliche Sauberkeit gemeint. Es gibt im Yoga eine Reihe von Kriyas (Reinigungsübungen).
4.Svadhyaya
Sva bedeutet im Sanskrit "selbst", "zu mir gehörig" – adhyaya bedeutet im Sanskrit Untersuchung, Erforschung. Das eigene Denken und Handeln soll beobachtet und kritisch hinterfragt werden, um so insgesamt bewusster zu werden. Ein weiterer Aspekt von svadhyaya ist das "Studium der alten Texte", Überlieferungen und Texte mit spirituellem, philosophischem oder religiösem Hintergrund.
5. Ishvarapranidhana
Ishvarapranidhana bedeutet im Sanskrit die Hingabe. Hinter der Hingabe liegen Urvertrauen und körpergewordene Einheitserfahrung. Ego ist verschwunden und einzelne Individuum lebt und handelt als ein Teil des GANZEN. Yogapraxis schenkt uns Maitri (Liebe) und Karuna (Mitgefühl). Daraus entsteht Upekka (Gleichmut).
Yama-Niyama-Dharma
Yama und Niyama führen unweigerlich zum Dharma
Dharma ist ein zentraler Begriff im Buddhismus, was Buddha gelehrt hat; das universelle Gesetz. Buddha erkannte dieses miteinander bedingte Daseinsgesetz. Die äussere und innere Disziplin, Yama und Niyama baut ein Netzwerk mit der Aussenwelt. Es wird sichtbar im sozialen Netzwerk und in der Gesellschaft. Sie führen unweigerlich zum Dharma.
